Hier sammeln wir aktuelle Veranstaltungen zum Pogrom in Lichtenhagen und verwandten Themen. Der Fokus liegt auf Veranstaltungen in Rostock und Umgebung.
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Donnerstag, 26. März 2026
Vortrag „Skinheads on the Dancefloor“ –
Zur Bedeutung von Orten des Vergnügens für die neonazistische Rechte in MV von 1987-1993
18:30 Uhr, Kartenraum, Peter-Weiss Haus Rostock
Es ist bezeichnend, wie viele Bestseller immer neue Erklärungen für die rechte Besonderheit des Ostens liefern und wie wenig wir gleichzeitig über eine Zeit wissen, die heute wegen ihrer brutalen rechten Alltagsgewalt oft als Baseballschlägerjahre bezeichnet werden.
Entgegen dem Trend richtet der Vortrag den Blick auf die bislang wenig beachteten Dynamiken und Schauplätze dieser Zeit. Schon in den späten Jahren der DDR wurden Diskotheken , Gaststätten und Jugendclubs zu Experimentierfeldern für rechtes Verhalten.
Anhand von Beispielen aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt der Vortrag, wie sich diese zwischen 1987 und 1993 entwickelten und warum ausgerechnet Tanzflächen, Clubtüren und der Weg nach Hause so oft zu Schauplätzen rechter Gewalt wurden.

Donnerstag, 19. Februar 2026
Erinnern und Aufarbeiten: Was bedeutet zeitgemäßes Gedenken?
19:00 Uhr, Kunsthalle Rostock, Hamburger Str. 40, 18069 Rostock
»Alles auf Anfang«: In ihrem aktuellen Buch stellen Max Czollek und Hadija Haruna-Oelker Deutschlands Selbstverständnis als Aufarbeitungsweltmeister auf den Prüfstand. Ist die deutsche Erinnerungskultur gescheitert, wenn Rechtspopulisten Wahlen gewinnen, rechtsextremistische Straftaten unzureichend aufgeklärt werden und »Nie wieder ist jetzt« zu einer Phrase verkommt? Wie kann Gedenken bewirken, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt?r 2004 in Rostock von Neonazis des NSU erschossen wurde, lädt das Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ in Kooperation mit dem Literaturhaus Rostock zu einer Lesung ins Peter Weiss Haus ein.
Czollek stellt die Thesen des Buchs vor und diskutiert mit Thomas Werner, der die kommunale Perspektive vertritt: Vor welchen Aufgaben sieht er die Erinnerungsarbeit in Rostock? Wo gelingt sie bereits, und wo stößt sie an Grenzen? Lässt sich der Anspruch einlösen, den Czollek und Haruna-Oelker in ihrem Buch erheben?

Mittwoch, 25. Februar 2026
Lesung & Gespräch am 25.02.2026: Unser Schmerz ist unsere Kraft
20:00 Uhr, Peter-Weiss-Haus (Studio) Rostock
Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek verloren durch die Mordserie des rechtsterroristischen NSU ihre Väter. Am 9. September 2000 wurde Enver Şimşek in Nürnberg und am 4. April 2006 Mehmet Kubaşık in Dortmund von dem rechtsterroristischen NSU ermordet. Neben Enver Şimşek und Mehmet Kubaşık ermordete der NSU zwischen 2000 und 2007 Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.
Gamze Kubaşık wird über ihre Familiengeschichte, ihren Vater, den NSU-Komplex und ihren Kampf um Aufklärung sowie Erinnerung sprechen. Sie wird erzählen, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebte und wie die Morde sie aus ihrem bisherigen Leben rissen. Aber auch darüber, wie sie und Semiya Şimşek gemeinsam eine ungeheure Kraft entwickeln konnten, die sie bis heute immer weiterkämpfen lässt: gegen das Vergessen und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung. Das Jugendbuch „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ greift diese Punkte und die Erinnerungsarbeit auf.
Der Eintritt ist kostenlos. Mehr Infos hier

Vergangene Veranstaltungen
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Archiv mit Veranstaltungen aus 2025
